Active Sourcing: 12 clevere Methoden für den Kontakt mit Kandidaten

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Hast du einen bestimmten Kandidaten im Visier? Geht's darum, auf kluge Art und Weise Kontakt aufzunehmen? Hochqualifizierte Fachleute erhalten nahezu täglich Nachrichten von Headhuntern, Personalberatern und Recruitern. Es ist Kreativität in der Direktansprache gefragt, um aufzufallen. Was ist Active Sourcing? Was bringt es und wie geht man bei dabei vor? Welche Active Sourcing Methoden gibt es? Das erfährst du in diesem Artikel und du bekommst 12 Tipps, womit dein Active Sourcing erfolgreich wird.

Voraussichtliche Lesedauer: 11 Minuten

Was ist Active Sourcing?

Active Sourcing ist die aktive Ansprache von Personen, die im Moment oder in der Zukunft auf eine Rolle im Unternehmen passen können und die man fürs Unternehmen gewinnen möchte.

Es geht also um eine aktive Form der Personalgewinnung.

Active Sourcing Methoden können sein:

  • Die persönliche Ansprache von potenziellen zukünftigen Mitarbeitern auf Meetups, Events, bei Treffen.
  • Nachrichten schreiben auf Plattformen, Blogs, Social Websites, Chats, Foren, Jobboards, E-Mail, Direct Messages oder über andere Websites.
  • Cold Calls, Briefe, Postkarten oder Einladungen versenden zu einem Event.

Sales-Grundlagen im Sourcing von Mitarbeitern

Im Verkauf besteht ein Teil des Sales-Cycle aus:

Aufmerksamkeit erhalten → Appointment Setting → Qualifying → Präsentieren → den Prozess weiter vorantreiben

Die gleichen Mechaniken lassen sich aufs Sourcing anwenden:

Aufmerksamkeit erhalten → die Person in einem Pitch Call sprechen oder sich treffen → Qualifying → in den Recruitingprozess einpflegen

Höre hier die passende Podcast Folge zu gutem Active Sourcing und einer erfolgreichen Direktansprache von Kandidaten:

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Wie wird Active Sourcing erfolgreich?

Go the extra mile, there is no one on it.

Grant Cardone

Dieses Zitat von Grant Cardone beschreibt, wie wir vorgehen und was wir erreichen wollen. Auch hier entstammt das Konzept dem Sales und kann im Recruiting angewendet werden.

Hier bekommst du 12 clevere und erprobte Maßnahmen, die du sofort umsetzen kannst. (Lies hierzu auch: Employer Branding Maßnahmen: 21 clevere Tipps zum sofort Umsetzen)

1. Direktansprache ist (auch) Chefsache

Natürlich sticht es positiv heraus, wenn der Gründer, Inhaber oder Geschäftsführer sich höchstpersönlich meldet. Allein das reicht allerdings noch nicht aus. Auch auf den richtigen Kanal der Direktansprache kommt es an.

2. Xing und LinkedIn für Business-Kandidaten

Während Nachrichten an Experten aus dem kaufmännischen Bereich oder Sales auf Xing oder LinkedIn noch recht gut funktionieren, gehen sie bei Menschen mit technischem Hintergrund meist in der Masse unter und haben keinen besonderen Charme. Es kommt darauf an, Kandidaten über solche Medien zu kontaktieren, die sie selbst gerne nutzen – das bringt dir umgehend Sympathiepunkte ein.

3. Nutze Twitter als Kanal zum Active Sourcing

Twitter ist eine erprobte Active Sourcing Methode. Schaue zum Beispiel nach, ob der von dir präferierte Kandidat dort aktiv ist. Sende ihm hier eine kurze, knackige persönliche Nachricht oder erwähne ihn sogar in einem öffentlichen Tweet – zum Beispiel, wenn er zuvor bereits über ein branchen- oder unternehmensrelevantes Thema getwittert hat.

4. Ziele auf den frühen Morgen als Zeitpunkt

Dabei kommt es auch auf den Zeitpunkt deiner Nachricht an: Wähle den Zeitpunkt so, dass die Person deine Message am frühen Morgen liest. Die meisten Menschen checken morgens nach dem Aufwachen im Bett zunächst einmal die Notifications auf ihrem Smartphone. Später am Tag droht deine Message im Eifer des Alltagsgefechts unterzugehen oder vergessen zu werden.

Übrigens: Unten am Ende dieses Artikels kannst du das E-Book „66 Hacks für Entscheider“ kostenfrei herunterladen. Darin bekommst du 66 simple Tipps, um zur noch besseren Entscheider-Persönlichkeit zu werden. Alle Tipps stammen aus meinem Buch „Der Mitarbeiter-Magnet – 302 Hacks für Leader“ (Haufe-Verlag). (Download-Link unten am Ende dieses Artikels 👇).

5. Nutze Instagram und Facebook, aber richtig

Auf ähnliche Art kannst du deinen Wunschkandidaten auch auf Facebook oder Instagram kontaktieren. Suche die Person im Sozialen Netzwerk und sende ihm eine private Message. Bei Facebook funktioniert dies am besten, wenn du auch gleichzeitig eine Freundschaftsanfrage sendest. Die Nachricht droht sonst, vom Facebook-Messenger herausgefiltert und irgendwo im Nirwana zu landen, weil du ein fremder Kontakt bist.

Auf Instagram kannst du ähnlich wie bei Twitter eine private Nachricht versenden. Noch mehr Aufmerksamkeit ziehst du auf dich, indem du beispielsweise mit dem Instagram-Profil deines Unternehmens einen Post des Kandidaten kommentierst und dies mit einer privaten Message kombinierst.

6. Halte dich kurz und nutze Emojis

Für quasi jede Active Sourcing Methode gilt erst einmal: Halte dich kurz, kreativ, nutze Emojis und versuche gleich, dich auf einen Kaffee oder ein Telefonat zu verabreden – kein Mensch will einen bis ins letzte ausformulierten Roman per Social Messenger erhalten. 😊

7. Erfahre Kontaktdaten über Fachportale

Fachleute bestimmter Branchen kannst du auch wieder über die einschlägigen Communities kontaktieren, zum Beispiel Software-Entwickler über Stackoverflow oder Designer über Dribbble.

Meist kann man hier allerdings Personen nicht direkt anschreiben, dies ist außerdem von der Community auch gar nicht gerne gesehen, aber viele Mitglieder geben in ihrem Profil an, auf welchen anderen Plattformen sie vertreten sind oder ob sie eine eigene Webseite haben, über die man in Kontakt treten kann.

8. E-Mail und Telefonnummer bei Google finden

Als weitere Active Sourcing Methode bleiben natürlich auch noch die althergebrachten Kanäle E-Mail oder Telefon.

Google ganz einfach mal den Namen der Person deines Verlangens. Es ist erstaunlich, von wie vielen Menschen man irgendwo im Netz eine E-Mail-Adresse oder sogar Telefonnummer findet. Auch dies ist oftmals dem Betroffenen gar nicht bewusst – stellt für dich aber eine tolle Chance für die Kontaktaufnahme dar!

9. Eine Führungskraft vom Fach schicken

Manchmal ist es sinnvoll, dass sich bei bestimmten Fachleuten nicht der geschäftliche Leiter einer Firma meldet, sondern derjenige, der den entsprechenden Fachbereich leitet. Ein Software-Entwickler fühlt sich oft zum Beispiel wohler und besser verstanden, wenn er mit dem CTO statt mit dem CEO spricht.

10. Xing oder LinkedIn für Active Sourcing?

Wenn du bestimmte Menschen mit technischer Expertise, wie zum Beispiel Software-Entwickler, doch über eines der Karrierenetzwerke kontaktieren möchtest, wähle hierfür am besten LinkedIn. Dieses hat sich erfahrungsgemäß als erfolgreicher herausgestellt, was die Antwortrate angeht.

Außerdem kannst du über das internationale LinkedIn auch ausländische Fachleute erreichen, was beim hauptsächlich in Deutschland verbreiteten Xing oft nicht möglich ist.

11. Der Pro-Tipp zur Direktansprache

Erkläre in der Eröffnungsmessage, dass du die Person von einem gemeinsamen Kontakt “wärmstens empfohlen bekommen hast”. Das erhöht ihr Interesse und ihren Anreiz, dir zu antworten.

12. Nutze wertvolle Reminder für Active Sourcing

Wie oft hast du eine Nachricht – egal auf welcher Plattform –, einen Cold Call, eine E-Mail oder eine Inmail mit einem Job-Vorschlag oder -Angebot von einem Recruiter erhalten? Ich nehme an, du kennst dieses Phänomen.

Nächste Frage: Hast du auch eine zweite, dritte oder gar vierte Nachricht von der selben Person bekommen? Und damit meine ich explizit keinen Spam. Ich bin mir ziemlich sicher: Nur ganz selten war dies der Fall. Kaum jemand im Recruiting nutzt Follow-ups und Reminder.

Was sind Reminder?

Einfach zusammengefasst: Ein Reminder ist eine Erinnerung an den Adressaten, das Kontakt gewünscht wird.

Ein Reminder kann eine weitere Nachricht auf dem selben Kanal sein, worüber die erste Kontaktaufnahme stattfand. Im besten Fall aber wählt man andere Kanäle.

Mal ein Anruf. Mal eine Nachricht. Mal ein persönliches Hallo auf einem Meetup. Mal eine Whatsapp-Nachricht oder ein direkter Tweet. Eine Postkarte oder ein Brief. Oder eine E-Mail. So ist es im Sales Gang und Gäbe – und so können wir es auch im Recruiting anwenden.

Wie funktionieren wertvolle Reminder als Active Sourcing Methode?

Ein Reminder sollte auf keinen Fall als Spam daherkommen. Wir alle kennen Nachrichten wie:

  • „Hatten Sie schon Zeit meine Nachricht zu lesen?“
  • „Vor einer Woche habe ich …“
  • „Können Sie mich anrufen?“
  • „Habe zweimal versucht Sie zu erreichen.“
  • „Schreibe Ihnen nochmals wegen der E-Mail von gestern.“

Alle diese Nachrichten sind nicht wirklich geeignet. Warum? Weil sie

a) einen leicht fordernden bzw. negativen Unterton enthalten,

b) von oben herab formuliert sind,

c) keinen Mehrwert für den Empfänger enthalten und

d) Standardnachrichten sind.

Ein Reminder sollte einen Mehrwert für die Person enthalten und einen Grund generieren, dass die Person sich Zeit nimmt, deine Nachrichten zu lesen und Nachforschungen über dich und dein Unternehmen anzustellen. Das Ziel der Erinnerung ist ja schließlich Aufmerksamkeit zu generieren. Mit den oben genannten Beispielen, wird man schnell ignoriert.

Ein wertvoller Reminder im Active Sourcing muss also nicht immer in Bezug zur ersten Nachricht stehen. Auch nicht zum Jobangebot, welches man geschickt hat. Die Hauptsache ist, dass die Person einen Gewinn davon hat, deine Nachricht zu öffnen. Oberstes Ziel ist, dass die Person antwortet und ein Gespräch entsteht. Danach kann erneut der Hinweis folgen: Wir haben Jobs.

Beispiele für wertvolle Direktansprache-Reminder

  • Links zu Videos über das Unternehmen, zu coolen Projekten, zu Reden von Mitarbeitern auf Konferenzen
  • Links zu Artikeln, Blogs und Präsentationen mit spannenden (auf das Profil der Person) passenden Themen
  • Bilder von Unternehmensevents, Messeauftritten oder Instagram Posts
  • Einladungen zu Meetups, Hinweise auf Konferenzen, Hinweise auf YouTube Videos
  • Einladungen zu Hackathons, Einladungen zu Film- oder Brettspielabenden im Unternehmen
  • Kurze personalisierte Videonachrichten mit einem freundlichen Gruß „Hi Person A. Nächste Woche findet das Kotlin Meetup statt. Wünsche dir ein schönes Wochenende. Viele Grüße.“
  • Fragen! Fragen stellen, die nicht unbedingt etwas mit der ersten Nachricht zu tun haben. Wichtig: Nicht alle Fragen auf einmal stellen. So kann man sich mehrere Reminder vorab zurechtlegen und diese dann in mehreren Nachrichten nutzen.

Hier ein paar Vorschläge für Fragen:

  • „Was ist dein Lieblingsmeetup in deiner Stadt?“
  • „Warst du auf der XY Konferenz? Was hat dir gefallen? Welche Talks hast du warum ausgewählt?“
  • „Welche Tools für XY benutzt du warum am liebsten?“
  • „Ich habe auf Deinem LinkedIn Profil Projekt XY gesehen. Erzähl doch mal, was hat dich dazu motiviert? Wie hast du die größte Herausforderung gemeistert?“
  • „Du spielst Instrumente? Stark! Welche?“
    „Du gibst Nachhilfe? Ich habe mal Deutschnachhilfe gegeben. Welches Fach machst du?“

Wertvolle Reminder bringen der Person einen Nutzen, einen nützlichen Hinweis oder einen netten Gruß. Sie zeigen Interesse an der Person. Reminder für erfolgreiches Sourcing sind im besten Fall personalisiert und sollten freundlich formuliert sein.

Lege dir auf jeden Fall eine gewisse Strategie zurecht und bereite Material vor.

Oftmals umfassen Reminder einen längeren Zeitraum. Für ein gutes Talent lohnt es sich, einen langen Atem zu beweisen. 

Ab in die Praxis: 3 kleine Umsetzungsaufgaben zu den Active Sourcing Methoden

Was wäre die Theorie ohne die Praxis. Nimm dir etwas Zeit und setze diese 3 Aufgaben direkt für dich um. Dabei geht es darum, dass du ein Bewusstsein für die Situation bekommst und Lösungen schneller erkennst.

  1. Nimm dir zehn Minuten Zeit und mache dir eine Liste der Top-10-Kontakte in deinem Netzwerk, die potenzielle Kandidaten für dich kennen könnten. Verabrede dich mit ihnen auf ein Mittag- oder Abendessen.
  2. Nimm dir die Stellenausschreibung einer aktuell schwierig zu besetzenden Position in deiner Firma vor. Stelle dir vor, dein perfekter Wunschkandidat existiert nicht. Lasse deiner Kreativität für fünf Minuten freien Lauf und notiere dir zwei alternative Szenarien, wie die Aufgaben dieser Position in Zukunft erledigt werden können. Durch eine bestehende Mitarbeiterin, einen Werkstudent, einen freien Mitarbeiter?
  3. Was ist eine aktuell dringend zu besetzende Position in deinem Unternehmen? Nimm dir fünf Minuten Zeit und notiere die Überschrift eines Fachartikels, den potenzielle Kandidaten für diese Stelle spannend fänden. Nimm dir fünf weitere Minuten Zeit und erstelle eine Liste von drei Kanälen (zum Beispiel Blog, YouTube, Podcast, LinkedIn etc.), auf denen du diesen Content im nächsten Monat veröffentlichen wirst.

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Zuletzt aktualisiert am 8. September 2022

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